Auf die Frage, was ein HEPA-Filter kostet, gibt es keine einzelne Antwort. Zwei Filter mit identischen Außenmaßen können sich im Preis um ein Mehrfaches unterscheiden — durch Unterschiede, die von der Filterklasse über das Rahmenmaterial bis zum mitgelieferten Prüfprotokoll reichen. Dieser Beitrag geht die technischen Faktoren durch, die die Kosten eines HEPA-Filters bestimmen, damit Sie Angebote sachgerecht vergleichen können und wissen, wofür Sie zahlen.
Warum sich zwei HEPA-Filter im Preis stark unterscheiden können
Preisvergleiche auf Grundlage einer Beschreibung wie "610 x 610 x 292 HEPA-Filter" sind meist irreführend. Diese Angabe nennt nur die Außenmaße. Sie sagt nichts über die Abscheideklasse, die Medienfläche, das Rahmenmaterial, die Dichtungsart oder darüber, ob der Filter einzeln geprüft wurde. Jeder dieser Punkte beeinflusst sowohl die Herstellkosten als auch das Verhalten des Filters im Betrieb.
Ein sinnvoller Vergleich beginnt damit, den Filter nicht als Kasten zu betrachten, sondern als Bauteil, das bei einem definierten Volumenstrom einen definierten Abscheidegrad mit einem definierten Druckverlust liefert.
1. Filterklasse: H13, H14 und höher
Nach EN 1822 sind H13 und H14 die HEPA-Klassen. H13-Filter erreichen bei MPPS (der durchdringungsfähigsten Partikelgröße) mindestens 99,95% Gesamtabscheidegrad, H14-Filter mindestens 99,995%. Auf dem Papier wirkt der Unterschied gering, bezogen auf die durchdringenden Partikel ist es jedoch der Faktor zehn.
Eine höhere Klasse erfordert mehr Medienfläche, um denselben Druckverlust zu halten, sowie engere Fertigungstoleranzen. Ein H14-Filter ist daher deutlich teurer als ein H13 gleicher Abmessung. Beim Übergang zu U15 und den ULPA-Klassen vergrößert sich der Abstand weiter.
Der häufigste Kostenfehler an dieser Stelle ist die Wahl einer höheren Klasse als erforderlich. Um die Klasse am tatsächlichen Bedarf auszurichten, lesen Sie unseren Beitrag zu den Unterschieden zwischen H13- und H14-HEPA-Filtern.
2. Abmessungen und Tiefe: Standard oder Sondermaß?
Standardmaße eignen sich für die Serienfertigung und haben deshalb geringere Stückkosten. Bei Sondermaßen müssen Zuschnitt, Rahmenvorbereitung und Montage eigens für diesen Auftrag eingerichtet werden, was die Kosten je Stück erhöht. Am deutlichsten ist der Unterschied bei kleinen Sondermaßaufträgen.
Die Tiefe ist eine eigene Kostenposition. Mit zunehmender Tiefe lässt sich mehr Medienfläche unterbringen, was bei gleichem Volumenstrom einen geringeren Druckverlust bedeutet. Ein 292 mm tiefer Filter enthält mehr Material als ein 78 mm Mini-Pleat-Panel und kostet mehr — seine Betriebskosten können jedoch niedriger sein.
3. Rahmenmaterial
Der Rahmen bestimmt sowohl den Preis als auch die Einsatzumgebung des Filters:
- MDF / Sperrholz: Die wirtschaftlichste Variante. Geeignet für trockene HVAC-Anwendungen bei Raumtemperatur; nicht geeignet bei Feuchte oder erforderlicher Desinfektion.
- Verzinktes Stahlblech: Der verbreitete Industriestandard. Robust bei ausgewogenen Kosten.
- Aluminium: Leicht und korrosionsbeständig; vorteilhaft in Reinraumdecken und bei häufigem Filterwechsel.
- Edelstahl: Eingesetzt in Pharma-, Biotechnologie- und Lebensmittelproduktion, wo eine waschbare und desinfizierbare Oberfläche gefordert ist. Die teuerste Variante.
Der Rahmen ergibt sich meist aus den Randbedingungen der Anwendung, nicht aus dem Preis. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie unter MDF- vs. Aluminium-Rahmen-HEPA-Filter.
4. Dichtungsart: Gasket oder Gel-Dichtung?
So wirksam der Filter selbst auch sein mag: Wenn die Verbindung zwischen Filter und Gehäuse undicht ist, sinkt der Systemwirkungsgrad. Es gibt zwei gängige Lösungen:
- Gasket (Polyurethandichtung): Standard, wirtschaftlich und für die meisten HVAC-Anwendungen ausreichend.
- Gel-Dichtung: Eine mit Gel gefüllte Nut im Filterrahmen setzt auf einer Schneide im Gehäuse auf. Sie bietet in Reinraumdecken und bei hohen Klassen eine deutlich zuverlässigere Abdichtung, bei höheren Kosten.
Eine Gel-Dichtung erhöht den Filterpreis, verbessert aber die Wahrscheinlichkeit, die Integritätsprüfung zu bestehen, und kann so die Gesamtkosten in validierungspflichtigen Anlagen senken. Zum Vergleich siehe Gel-Seal- vs. Gasket-Seal-HEPA-Filter.
5. Medien- und Separatoraufbau
Es werden zwei Grundbauweisen verwendet. Bei Filtern mit Aluminiumseparatoren werden Abstandhalter aus Aluminium zwischen die Falten gesetzt; das Ergebnis ist mechanisch robust und für Hochtemperaturanwendungen geeignet. Bei der Mini-Pleat-Bauweise werden die Falten durch dünne Hotmelt-Raupen oder Fäden getrennt, wodurch bei gleichem Volumen erheblich mehr Medienfläche untergebracht wird und der Druckverlust sinkt.
Auch das Medium selbst ist ein Kostenfaktor. Qualität und Flächengewicht des Glasfasermediums sowie eine etwaige wasserabweisende Ausrüstung schlagen sich im Preis nieder.
6. Prüfung und Zertifizierung
Nach EN 1822 müssen H13- und H14-Filter einzeln geprüft werden und jeder Filter muss ein eigenes Scan-Protokoll führen. Diese Prüfung erfordert Messzeit je Filter und Laborkapazität und wirkt sich unmittelbar auf den Preis aus.
Dies ist die Position, die bei auffällig günstigen Angeboten am häufigsten entfällt: Der Filter wird als H14 verkauft, ein individuelles Scan-Protokoll fehlt jedoch — es wird lediglich auf eine Typprüfung verwiesen. In einer validierungspflichtigen Anlage wird daraus das Risiko, die Integritätsprüfung vor Ort nicht zu bestehen. Unser Beitrag zur HEPA-Filter-Integritätsprüfung behandelt das Thema ausführlich.
7. Menge, Lieferzeit und Logistik
Mit steigender Menge sinken die Stückkosten, besonders ausgeprägt bei Sondermaßen. Umgekehrt kann der Wunsch nach kurzer Lieferzeit die Kosten erhöhen, da er eine vorrangige Einplanung in der Fertigung erfordert.
HEPA-Filter sind sperrig und empfindlich. Transport und Verpackung machen einen nicht unerheblichen Anteil der Gesamtkosten aus, insbesondere bei großformatigen Aufträgen mit geringer Stückzahl.
Anschaffungspreis ist nicht gleich Gesamtkosten
Ein wesentlicher Teil der Kosten, die ein HEPA-Filter über seine Lebensdauer verursacht, ist nicht der Anschaffungspreis, sondern die Energie, die der Ventilator zu seiner Überwindung aufwendet. Ein Filter mit geringerem Anfangsdruckverlust und größerer Medienfläche wirkt in der Anschaffung teuer, kann diesen Abstand aber durch längere Standzeit und geringeren Energieverbrauch ausgleichen.
Betrachten Sie beim Vergleich drei Werte gemeinsam: Anfangsdruckverlust beim Nennvolumenstrom, empfohlener Enddruckverlust und erwartetes Wechselintervall. Diesen Zusammenhang behandeln wir ausführlich unter HEPA-Filter-Druckverlust und Energiekosten.
Welche Angaben werden für ein Angebot benötigt?
Für ein belastbares und vergleichbares Angebot genügen folgende Angaben:
- Filterklasse (H13, H14 oder die Anwendungsanforderung, die wir bewerten sollen)
- Außenmaße: Breite x Höhe x Tiefe (mm)
- Nennvolumenstrom (m³/h)
- Gewünschtes Rahmenmaterial oder die Umgebungsbedingungen (Feuchte, Temperatur, Desinfektion)
- Dichtungsart: Gasket oder Gel-Dichtung
- Menge und gewünschte Lieferzeit
- Ob ein individuelles Scan-Protokoll erforderlich ist
Safe Air fertigt HEPA-Filter in Standardgrößen sowie in projektspezifischen Abmessungen. Das Produktprogramm finden Sie auf unserer Seite HEPA-Filter; für Auswahl und Preisgestaltung passend zu Ihrer Anwendung erreichen Sie uns über Kontakt.