Kein anderer Parameter führt bei der HEPA-Filterauswahl zu so vielen Fehlern wie die Abmessung. Selbst bei richtiger Klasse und richtigem Volumenstrom kann ein Filter, der nicht ins Gehäuse passt oder bei dem die Dichtung nicht berücksichtigt wurde, den Systemwirkungsgrad zunichtemachen. Dieser Beitrag behandelt, wie HEPA-Filter-Abmessungen angegeben werden, welche Standardgrößen üblich sind, warum die Tiefe entscheidend ist und wann eine Sonderanfertigung erforderlich wird.
Wie HEPA-Filter-Abmessungen angegeben werden
HEPA-Filter-Abmessungen werden stets als Breite x Höhe x Tiefe in Millimetern angegeben. Bei einer Angabe wie 610 x 610 x 292 mm beschreiben die ersten beiden Werte die Anströmfläche des Filters, der dritte die Tiefe in Strömungsrichtung.
Es handelt sich um die Außenmaße des Filters; die Dichtung ist darin nicht enthalten. Die Verwechslung mit Gehäusemaßen ist die häufigste Ursache für Montageprobleme vor Ort. Geben Sie an, welches Maß Sie nennen — Filteraußenmaß oder Gehäuseinnenmaß —, um Fehlfertigungen zu vermeiden.
Übliche Standardgrößen für HEPA-Filter
In industriellen Anwendungen begegnen einem am häufigsten folgende Anströmmaße:
- 610 x 610 mm — das metrische Äquivalent zu 24 x 24 Zoll und der verbreitetste Standard. Referenzmaß für Lüftungsgeräte und Reinraumdeckenmodule.
- 610 x 1220 mm — 24 x 48 Zoll; bevorzugt bei Lüftungsgeräten mit hohem Volumenstrom.
- 305 x 610 mm — 12 x 24 Zoll; ein Halbmodul für enge Kanäle und die Randreihen von Deckensystemen.
- 592 x 592 mm — das metrische Maß für modulare 600-mm-Deckensysteme.
- 457 x 457 mm und 305 x 305 mm — kleine Gehäuse, Laminar-Flow-Einheiten und Sicherheitswerkbänke.
So verbreitet diese Maße sind, verbindlich sind sie nicht. In einer bestehenden Anlage kann das Gehäuse keinem davon entsprechen; dann kommt die Sonderanfertigung ins Spiel.
Tiefe: das Maß, das eher die Leistung bestimmt als den Preis
Die Tiefe bestimmt, wie viel Medienfläche im Filter untergebracht werden kann. Mehr Medienfläche bedeutet bei gleichem Volumenstrom eine geringere Anströmgeschwindigkeit und damit einen geringeren Druckverlust, weniger Energieverbrauch und eine längere Standzeit. Übliche Tiefen sind:
- 292 mm: Der klassische Kastenfilter mit tiefen Falten. Größte Medienfläche, geringster Druckverlust, längste Standzeit. Standard für Lüftungsgeräte und Anwendungen mit hohem Volumenstrom.
- 150 mm: Eine Zwischentiefe; Alternative zu 292 mm bei begrenztem Bauraum.
- 110 und 90 mm: Kompakte Deckenmodule und Gehäuse.
- 78 und 69 mm: Mini-Pleat-Panelfilter für Reinraumdecken und Laminar-Flow-Einheiten mit begrenzter Bautiefe.
Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines flachen Filters allein aus Platzgründen. Bei gleichem Volumenstrom erzeugt ein 78-mm-Panel einen deutlich höheren Druckverlust als ein 292-mm-Kasten; Ventilatorenergie und Wechselhäufigkeit holen diesen Unterschied über die Betriebsdauer wieder ein. Die Kostenseite behandeln wir unter HEPA-Filter-Druckverlust und Energiekosten.
Zusammenhang zwischen Abmessung und Nennvolumenstrom
Der Volumenstrom, den ein Filter aufnehmen kann, hängt von der Medienfläche ab, die sich aus Anströmfläche und Tiefe gemeinsam ergibt. Ein H14-Filter der Größe 610 x 610 x 292 mm wird je nach Hersteller und Medienfläche typischerweise mit einem Nennvolumenstrom um 1.500 m³/h angegeben, während ein Mini-Pleat-Panel gleicher Anströmfläche mit 78 mm Tiefe meist eher bei 1.000 m³/h liegt.
Diese Werte unterscheiden sich zwischen Herstellern; maßgeblich ist das Datenblatt des jeweiligen Produkts. Entscheidend ist das Prinzip: ein Betrieb oberhalb des Nennvolumenstroms erhöht den Druckverlust stark, verkürzt die Standzeit und steigert durch die höhere Anströmgeschwindigkeit das Leckagerisiko.
Wie Rahmen und Dichtung die Abmessung beeinflussen
Das Außenmaß des Filters umfasst den Rahmen, nicht aber die Dichtung. Bei Filtern mit Gasket-Dichtung entsteht durch die Kompression der Dichtung ein Zuschlag von wenigen Millimetern; bei gel-gedichteten Filtern setzt eine Nut im Filterrahmen auf einer Schneide im Gehäuse auf, und die Montagelogik ist eine grundlegend andere.
Ein Filter mit Gasket-Dichtung lässt sich daher nicht in ein Gel-Seal-System einsetzen und umgekehrt. Die Dichtungsart muss zusammen mit den Maßen angegeben werden. Beide Systeme vergleichen wir unter Gel-Seal- vs. Gasket-Seal-HEPA-Filter.
Auch das Rahmenmaterial beeinflusst das nutzbare Maß: Bei gleichem Außenmaß kann ein Aluminiumprofilrahmen einen schlankeren Querschnitt bieten als MDF und die freie Durchströmfläche geringfügig vergrößern. Hinweise zur Auswahl finden Sie unter MDF- vs. Aluminium-Rahmen-HEPA-Filter.
Wann ist ein HEPA-Filter im Sondermaß erforderlich?
Eine Sonderanfertigung wird relevant, wenn:
- das Gehäuse einer bestehenden Anlage keinem Standardmaß entspricht
- importierte Ausrüstung zollbasierte Maße verwendet, die nicht zu den lokalen Standards passen
- die Randreihen eines Deckensystems kein volles Modul aufnehmen können
- ein Anlagenhersteller (OEM) einen Filter für sein eigenes Gehäuse vorgibt
- Platzverhältnisse eine nicht standardisierte Tiefe erfordern
Entscheidend ist dabei, es nicht beim Passendmachen zu belassen. Ändern sich die Abmessungen, ändert sich auch die Medienfläche; Nennvolumenstrom und Druckverlust sind neu zu bewerten. Andernfalls entsteht ein Filter, der zwar passt, das System aber belastet.
Häufige Fehler beim Aufmaß
- Das Gehäuseinnenmaß als Filteraußenmaß angeben. Der Filter passt entweder nicht, oder seine Dichtung wird nie komprimiert.
- Das Etikett des alten Filters ohne Nachmessen übernehmen. Das Etikett kann ein Nennmaß zeigen, während das Istmaß abweicht — und der Vorgängerfilter kann selbst falsch ausgelegt gewesen sein.
- Die Tiefe weglassen. Eine Bestellung allein nach Anströmmaß lässt die Leistung völlig offen.
- Die Strömungsrichtung nicht angeben. Bei gerichteten Rahmen und Modellen mit Griffen ist die Einbaulage ebenso wichtig wie das Maß.
- Die Dichtungsart nicht angeben. Gasket- und Gel-Seal-Systeme sind nicht austauschbar.
Welche Angaben für die Maßbestimmung nötig sind
Für eine korrekte Fertigung genügen folgende Angaben:
- Breite x Höhe x Tiefe (mm) und ob es sich um das Filteraußenmaß oder das Gehäuseinnenmaß handelt
- Filterklasse (H13, H14 oder die Anwendungsanforderung)
- Nennvolumenstrom (m³/h)
- Dichtungsart: Gasket oder Gel-Dichtung
- Rahmenmaterial oder Umgebungsbedingungen
- Sofern vorhanden, ein Foto des vorhandenen Filters und seines Etiketts
Safe Air fertigt HEPA-Filter in Standardgrößen und in projektspezifischen Abmessungen. Das Programm finden Sie auf unserer Seite HEPA-Filter, für Anwendungen mit hohem Volumenstrom unter Hochleistungs-HEPA-Filter. Für Maßaufnahme und Angebot erreichen Sie uns über Kontakt.