Filterklassen G4, M5, F7: ISO 16890 und EN 779 im Vergleich

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Filterklassen G4, M5, F7: ISO 16890 und EN 779 im Vergleich
  • Veröffentlichungsdatum: 02.09.2026
  • Autor: Safe Air

Bezeichnungen wie G4, M5 und F7 stammen aus EN 779. Diese Norm wurde 2018 zurückgezogen und durch ISO 16890 ersetzt, die Filter nicht nach G/M/F-Buchstaben klassifiziert, sondern gegenüber realen atmosphärischen Partikelfraktionen: ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1.

Die alten Kürzel sind im Sprachgebrauch weiterhin verbreitet und tauchen in Ausschreibungen auf. Einen Filter heute als "F7" zu bestellen definiert jedoch nicht vollständig, was Sie erhalten.

EN 779:2012 unterteilte Filter in drei Gruppen:

  • G1–G4 (grob): Gemessen als gravimetrischer Abscheidegrad mit synthetischem Staub — also wie viel Gramm Staub der Filter zurückhielt, nicht welche Partikelgrößen er abschied.
  • M5–M6 (mittel): Gemessen als Wirkungsgrad gegenüber DEHS-Aerosol von 0,4 µm, ohne Mindestanforderung.
  • F7–F9 (fein): Ebenfalls 0,4 µm, zusätzlich mit einer Anforderung an den Mindestwirkungsgrad nach Entladung.

Das Problem: In den Grobklassen wurde nach Masse gemessen. Ein Filter, der viel Staub nach Gewicht zurückhielt, konnte die gesundheitlich entscheidenden Feinpartikel nahezu vollständig durchlassen. Die Norm machte das nicht sichtbar.

ISO 16890 bewertet einen Filter nicht anhand eines Laborstaubs, sondern gegenüber der realen atmosphärischen Partikelverteilung. Grundlage sind die aus der Luftqualitätsmessung bekannten Fraktionen PM10, PM2,5 und PM1:

  • ISO ePM1: Abscheidegrad gegenüber Partikeln von 0,3–1 µm — Ruß, Abgaspartikel, Lasten in Bakteriengröße.
  • ISO ePM2,5: Der Bereich 0,3–2,5 µm.
  • ISO ePM10: Der Bereich 0,3–10 µm — Pollen, grober Staub, Sporen.
  • ISO Coarse: Filter, die keine dieser Schwellen erreichen; ausgewiesen als gravimetrischer Abscheidegrad.

Um einer Gruppe zugeordnet zu werden, muss ein Filter in der jeweiligen Fraktion mindestens 50% erreichen. Das Ergebnis wird in 5%-Schritten angegeben, etwa ISO ePM1 60%.

Die meisten Filter mit synthetischen Medien tragen eine elektrostatische Ladung. Diese hebt den Wirkungsgrad im Neuzustand deutlich an, baut sich im Betrieb jedoch durch Feuchte und abgeschiedene Partikel ab.

Die Grob- und Mittelklassen der EN 779 berücksichtigten das nicht; ein Filter konnte im Labor hohe Werte zeigen und sich im Betrieb binnen Monaten auf ein weit niedrigeres Niveau einpendeln. ISO 16890 wiederholt die Messung an mit Isopropanol entladenem (konditioniertem) Medium und weist auch diesen Wert aus.

Praktische Folge: Ein nach der alten Norm als "F7" verkaufter Filter kann bei Prüfung nach ISO 16890 einen niedrigeren ePM1-Wert ausweisen als erwartet. Das bedeutet nicht, dass der Filter schlechter geworden ist — sondern dass die Messung der Realität nähergekommen ist.

Nein. Eine exakte Umrechnung ist nicht möglich, und Tabellen, die das behaupten, sind irreführend. Beide Normen verwenden unterschiedlichen Prüfstaub, einen anderen Partikelbereich und eine andere Konditionierung; die ISO-16890-Klasse eines Filters lässt sich nur durch erneute Prüfung bestimmen.

Zur Orientierung beim Lesen von Ausschreibungen ist eine ungefähre Zuordnung dennoch hilfreich. Die folgende Tabelle ist ausschließlich richtungsweisend und keine Umrechnung:

EN 779 (früher)Typische Entsprechung ISO 16890Üblicher Einsatz
G3 – G4ISO Coarse 45%–90%Vorfilter, Kassettenfilter, Küchenhaube
M5ISO ePM10 50%–70%Vorfilter, mittlere Taschenstufe
M6ISO ePM2,5 50%–65%Mittelstufe
F7ISO ePM1 50%–65%Hauptstufe, vor HEPA
F8ISO ePM1 65%–80%Hauptstufe
F9ISO ePM1 80%–90%Hauptstufe mit hoher Anforderung

ISO 16890 umfasst die HEPA-Klassen nicht. E10–E12 (EPA), H13–H14 (HEPA) und U15–U17 (ULPA) sind Gegenstand einer eigenen Norm, EN 1822, die weiterhin gilt.

Auch die Messlogik unterscheidet sich: EN 1822 misst den Abscheidegrad bei der Partikelgröße, bei der der Filter am schwächsten ist — MPPS — und schreibt für H13- und H14-Filter eine Einzelprüfung vor. Einzelheiten unter HEPA-Filter und die Norm EN 1822.

Das US-System MERV (ASHRAE 52.2) ist ein drittes Schema und lässt sich mit ISO- oder EN-Klassen nicht direkt vergleichen. Zum Vergleich siehe MERV 13 vs. HEPA-Filter.

  • Bauen Sie eine gestufte Anordnung auf. Alles mit einem einzigen Filter lösen zu wollen setzt diesen rasch zu. Die Folge grob → mittel → fein optimiert Kosten und Standzeit zugleich.
  • Berücksichtigen Sie die Außenluftqualität. In der Nähe von starkem Verkehr oder Industrie steigt der Bedarf an ePM1.
  • Bewerten Sie Druckverlust und Klasse gemeinsam. Eine höhere Klasse bedeutet mehr Ventilatorenergie. Die Eurovent-Energieklassifizierung beruht inzwischen auf ISO 16890.
  • Fragen Sie nach dem entladenen Wert. Nennt ein Angebot nur den Anfangswirkungsgrad, kann die Leistung im Betrieb abweichen.
  • Prüfen Sie alte Kürzel in Ausschreibungen. Steht dort "F7", fordern Sie vom Lieferanten einen ISO-16890-Bericht an, statt von einer Gleichwertigkeit auszugehen.

Safe Air fertigt Filter von der Grob- bis zur Feinstufe. Für die Vorstufe siehe Kassettenfilter, für Mittel- und Feinstufen Taschenfilter und für hohe Abscheidegrade HEPA-Filter.

Für die passende Stufenanordnung und Klassenwahl erreichen Sie uns über Kontakt.

Häufig gestellte Fragen

Es sind Filterklassen aus der Norm EN 779. G1–G4 definierte Grobfilter über den gravimetrischen Abscheidegrad, M5–M6 Mittelfilter und F7–F9 Feinfilter über den Wirkungsgrad bei 0,4 µm. EN 779 wurde 2018 zurückgezogen und durch ISO 16890 ersetzt; die Kürzel sind zwar weiterhin gebräuchlich, aber keine gültige Klassifizierung mehr.

EN 779 bewertete die Grobklassen über den gravimetrischen Staubabscheidegrad und berücksichtigte nicht, dass sich die elektrostatische Ladung im Betrieb abbaut. ISO 16890 misst den Abscheidegrad gegenüber realen atmosphärischen Partikelfraktionen (PM1, PM2,5, PM10) und wiederholt die Messung an mit Isopropanol entladenem Medium, sodass der ausgewiesene Wert der Betriebsleistung näherkommt.

Eine exakte Entsprechung gibt es nicht. F7-Filter liegen typischerweise im Bereich ISO ePM1 50–65%, doch das ist lediglich richtungsweisend. Da beide Normen unterschiedlichen Prüfstaub, einen anderen Partikelbereich und eine andere Konditionierung verwenden, lässt sich die ISO-16890-Klasse nur durch erneute Prüfung bestimmen.

Der Filter scheidet im Mittel 60% der Partikel im Bereich 0,3–1 µm ab. Für die Zuordnung zur Gruppe ePM1 sind mindestens 50% erforderlich; die Angabe erfolgt in 5%-Schritten. Da dieser Bereich Ruß, Abgaspartikel und Lasten in Bakteriengröße umfasst, ist er gesundheitlich die kritischste Fraktion.

Nein. Die Klassen E10–E12 (EPA), H13–H14 (HEPA) und U15–U17 (ULPA) fallen unter EN 1822, die weiterhin gilt. EN 1822 misst den Abscheidegrad bei der Partikelgröße, bei der der Filter am schwächsten ist (MPPS), und schreibt für H13- und H14-Filter eine Einzelprüfung vor.

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