PAO-Test vs. DOP-Test: Unterschiede, Sicherheit und heutige Anwendungen

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PAO-Test vs. DOP-Test: Unterschiede, Sicherheit und heutige Anwendungen
  • Veröffentlichungsdatum: 31.07.2026
  • Änderungsdatum: 08.08.2026
  • Autor: Safe Air

PAO-Test und DOP-Test sind zwei häufig verwendete Begriffe bei der Integritätsprüfung von HEPA-Filtern. Teilweise werden sie als vollständig unterschiedliche Prüfverfahren dargestellt. Technisch ist diese Beschreibung jedoch nicht präzise. Das grundlegende Verfahren ist in vielen Anwendungen vergleichbar: Vor dem installierten HEPA-Filter wird ein definiertes Prüfaerosol in den Luftstrom eingebracht. Anschließend wird die Reinluftseite mit einem kalibrierten Aerosolphotometer abgescannt, um lokale Leckagen zu erkennen.

Der wesentliche Unterschied liegt im verwendeten Prüfaerosol. Beim traditionellen DOP-Test wurde ein phthalathaltiges Ölaerosol eingesetzt. Beim PAO-Test wird ein Aerosol auf Basis von Polyalphaolefin verwendet. Die Auswahl beeinflusst die Arbeitsschutzbewertung, Gerätekonfiguration, Rückstandsbetrachtung, Beschaffungsdokumentation und Übereinstimmung mit dem freigegebenen Prüfverfahren der Anlage.

Der Ausdruck „DOP-Test“ kann zudem missverständlich sein. Einige Betriebe verwenden ihn weiterhin als allgemeine Bezeichnung für eine photometrische Leckprüfung, obwohl tatsächlich PAO, DEHS oder ein anderes zugelassenes Öl als Prüfaerosol eingesetzt wird. Im Prüfbericht sollte deshalb die tatsächlich verwendete Substanz und nicht nur der allgemeine Begriff „DOP-Test“ dokumentiert werden.

DOP ist eine historische Abkürzung, die häufig mit Dioctylphthalat verbunden wird. Im Zusammenhang mit HEPA-Prüfungen bezieht sich der Begriff meist auf Di(2-ethylhexyl)phthalat, auch als DEHP bekannt. Das daraus erzeugte Ölaerosol wurde über viele Jahre zur Prüfung von Hochleistungsfiltern, Schutzausrüstungen und Filtersystemen verwendet.

Da sich dieses Verfahren in der Branche früh etablierte, wurde der Begriff „DOP-Test“ zu einem festen Bestandteil der Reinraum- und HEPA-Terminologie. Arbeitsschutz- und Chemikalienklassifizierungsfragen im Zusammenhang mit DEHP führten jedoch dazu, dass viele Anlagen auf alternative Prüfaerosole umgestellt wurden.

Nicht jedes heute als DOP-Test bezeichnete Verfahren verwendet noch die ursprüngliche DOP-Substanz. Teilweise wird der Begriff als allgemeine Bezeichnung für das Verfahren mit dispergiertem Ölaerosol und Aerosolphotometer verwendet. In technischen Spezifikationen sollten Verfahrensbezeichnung und chemische Identität des Aerosols getrennt angegeben werden.

PAO steht für Polyalphaolefin. Eine PAO-basierte Flüssigkeit wird während der Leckprüfung eines installierten Filtersystems aerosolisiert und auf der Rohluftseite in den Luftstrom eingebracht. Die Reinluftseite des Filters, die Verbindung zwischen Medium und Rahmen, die Flach- oder Gel-Dichtung sowie zugängliche Gehäuseschnittstellen werden anschließend auf lokale Penetration untersucht.

PAO wird in pharmazeutischen Betrieben, Krankenhäusern, Laboratorien, Reinräumen, mikrobiologischen Sicherheitseinrichtungen und anderen kontrollierten Umgebungen häufig als Ersatz für traditionelles DOP eingesetzt. Ein wesentlicher Grund ist die Vermeidung der spezifischen phthalatbezogenen Gefahreneinstufung von DEHP.

PAO darf dennoch nicht als vollständig ungefährlich beschrieben werden. Das aerosolierte Öl muss entsprechend dem Sicherheitsdatenblatt, der Arbeitsplatz-Risikobewertung, den Lüftungsbedingungen und der betrieblichen Arbeitsanweisung kontrolliert werden. Schulung, Schutzmaßnahmen und eine Reinigung nach der Prüfung können erforderlich sein.

VergleichspunktPAOTraditionelles DOP
Chemische GrundlageÖl auf Polyalphaolefin-BasisHistorisch mit DEHP-Phthalatöl verbunden
HauptanwendungPrüfaerosol für Leckprüfungen installierter HEPA-SystemeTraditionelles Aerosol für HEPA- und Filtrationsprüfungen
Heutige BranchenpraxisWird bei aktuellen Vor-Ort-Prüfungen häufig ausgewähltBleibt in älteren Verfahren und Bezeichnungen erhalten
SicherheitsbewertungSicherheitsdatenblatt und Aerosolexposition müssen bewertet werdenWegen der DEHP-Gefahreneinstufung ist zusätzliche Aufmerksamkeit erforderlich
GeräteanforderungPhotometer muss für das gewählte PAO geeignet oder kalibriert seinPhotometer muss für das spezifizierte DOP geeignet oder kalibriert sein
RückständeKann ölige Rückstände im Luftsystem hinterlassenKann ölige Rückstände im Luftsystem hinterlassen
Verwendung der BezeichnungBezeichnet normalerweise das tatsächlich eingesetzte AerosolKann die historische Substanz oder das allgemeine Prüfverfahren bezeichnen

Der wichtigste Grund für die Umstellung ist das Gefahrenprofil von DEHP. Betriebe mit modernen Arbeitsschutz-, Chemikalienmanagement- und Kontaminationskontrollsystemen vermeiden häufig die Einbringung eines Phthalat-Aerosols, wenn eine technisch geeignete Alternative verfügbar ist.

Moderne Aerosolphotometer und Aerosolgeneratoren verfügen häufig über dokumentierte Einstellungen oder Betriebsverfahren für PAO. Dadurch eignet sich PAO für regelmäßige Vor-Ort-Prüfungen, sofern das Gerät für die gewählte Substanz kalibriert und entsprechend den Herstellerangaben betrieben wird.

PAO ist bei Reinraum-Prüfdienstleistern, Geräteherstellern und Qualitätsabteilungen weit verbreitet. Prüfverfahren, Schulungsprogramme und Beschaffungsspezifikationen benennen PAO häufig ausdrücklich als einzusetzendes Prüfaerosol.

Die Dokumentation des genauen PAO-Produkts, der Chargeninformation und des Sicherheitsdatenblatts verbessert die Rückverfolgbarkeit. Dies ist eindeutiger als die Verwendung des undefinierten Sammelbegriffs „DOP“.

Die Verwendung von PAO macht eine Prüfung nicht automatisch genauer als eine Prüfung mit DOP. Die Zuverlässigkeit hängt vom vollständigen Verfahren und nicht nur von der Bezeichnung des Aerosols ab.

Aerosolerzeugung, Vermischung auf der Rohluftseite, Prüfkonzentration, Photometerkalibrierung, Probenvolumenstrom, Sondenabstand, Scangeschwindigkeit, Zugänglichkeit des Filters und Qualifikation des Prüfers beeinflussen das Ergebnis. Auch eine falsch erzeugte oder unzureichend verteilte PAO-Beaufschlagung kann unzuverlässige Ergebnisse verursachen.

Das ausgewählte Aerosol muss eine stabile und messbare Prüfkonzentration erzeugen, die zum Detektor passt. Die Reaktion des Photometers kann sich je nach Aerosol unterscheiden. Deshalb müssen die richtige Reagenzeinstellung, der Kalibrierfaktor und die Herstelleranweisungen verwendet werden.

Die Umstellung von DOP auf PAO ist keine kontrollierte Methodenänderung, wenn Aerosolgenerator, Photometerkalibrierung und freigegebenes Prüfverfahren nicht überprüft werden.

Viele moderne Aerosolphotometer können für PAO, DOP, DEHS, Paraffinöl oder benutzerdefinierte Aerosole konfiguriert werden. Die Kompatibilität darf jedoch nicht allein deshalb angenommen werden, weil das Gerät einen Prozentwert anzeigen kann.

Die Gerätedokumentation muss bestätigen, welche Prüfaerosole unterstützt werden. Kalibrierstatus, Reagenzauswahl, Reaktionsfaktor und Probenahmekonfiguration müssen zum Prüfverfahren passen. Wird das Aerosol gewechselt, sollte die Änderungsbewertung Generator, Photometer, Schläuche, Rohluft-Probenahme und Berichtsformat einbeziehen.

Im Prüfbericht sollten mindestens die genaue Aerosolbezeichnung, Geräteidentifikation, Kalibrierstatus und relevante Einstellungen dokumentiert werden. Die alleinige Angabe „DOP-Test durchgeführt“ ist unzureichend, wenn tatsächliche Substanz und Gerätekonfiguration nicht nachvollziehbar sind.

Traditionelles, mit DEHP verbundenes DOP erfordert wegen seiner arbeitsmedizinischen und reproduktionstoxischen Einstufungen besondere Aufmerksamkeit. Durch die Aerosolerzeugung können Inhalation und Oberflächenablagerung begünstigt werden. Betriebe mit älteren DOP-Verfahren sollten prüfen, ob die Substanz weiterhin erforderlich ist und ob eine freigegebene Alternative zur Verfügung steht.

PAO vermeidet die spezifische DEHP-Phthalatklassifizierung. Aerosoliertes PAO bleibt jedoch ein Ölnebel. Die Exposition sollte durch geeignete Arbeitsverfahren, Lüftung, Personalschulung und die im Sicherheitsdatenblatt geforderte Schutzausrüstung minimiert werden.

PAO und traditionelles DOP sind ölbasierte Aerosole und können Rückstände in Kanälen, Filtergehäusen und Prüfbereichen hinterlassen. Dies ist besonders relevant, wenn Produkte, optische Oberflächen, elektronische Komponenten oder empfindliche Fertigungsprozesse durch Ölverunreinigungen beeinträchtigt werden können.

Bei besonders rückstandsempfindlichen Anwendungen können feste Prüfaerosole oder partikelzählende Verfahren bewertet werden. Die ausgewählte Methode muss weiterhin die Projektspezifikation erfüllen und eine ausreichende Leckageerkennung ermöglichen.

Photometrische PAO-Prüfungen werden häufig mit installierten HEPA-Filtersystemen in folgenden Bereichen verbunden:

  • Pharmazeutische Reinräume und aseptische Produktionsbereiche
  • Biotechnologische und Life-Science-Laboratorien
  • Krankenhäuser und kontrollierte medizinische Bereiche
  • Mikrobiologische Sicherheitswerkbänke und Reinluftgeräte
  • Lebensmittel- und Medizinproduktefertigung
  • Forschungs- und Prüflaboratorien
  • Industrielle Reinräume und kontrollierte HVAC-Systeme
  • Endständige HEPA-Filter und Fan-Filter-Units

Das konkrete Aerosol und Prüfverfahren müssen anhand des Anlagenverfahrens, des anwendbaren Standards, der Kundenspezifikation und der Risikobewertung festgelegt werden.

Ölaerosole können ungeeignet sein, wenn bereits geringe Rückstandsmengen den Prozess beeinflussen. Halbleiterfertigung, Präzisionsoptik, empfindliche Elektronik und bestimmte Medizinprodukteprozesse können strenge Anforderungen an Oberflächen- und molekulare Kontamination stellen.

In diesen Fällen sollte das Prüfverfahren bereits während der Anlagenplanung ausgewählt werden. Aerosoleinspeisung, Mischstrecke, Zugang zur Reinluftseite und Anforderungen an Erholung oder Reinigung müssen vor der Inbetriebnahme der HEPA-Gehäuse berücksichtigt werden.

Das Fehlen sichtbarer Rückstände bestätigt nicht automatisch die Prozessverträglichkeit. Das Kontaminationskontrollteam sollte die chemischen Eigenschaften des Aerosols und die Empfindlichkeit der im Prüfbereich vorhandenen Materialien und Produkte bewerten.

Die Auswahl sollte auf dokumentierten technischen und sicherheitsbezogenen Kriterien beruhen und nicht ausschließlich auf Gewohnheit oder Terminologie.

  1. Anwendbares Prüfverfahren prüfen: Feststellen, welche Methoden und Aerosole durch Projekt- oder Anlagenvorgaben zugelassen sind.
  2. Gerätekompatibilität bestätigen: Prüfen, ob Generator und Photometer das ausgewählte Aerosol unterstützen.
  3. Sicherheitsdatenblatt bewerten: Anforderungen an Inhalation, Hautkontakt, Lagerung und Verschüttungsmanagement berücksichtigen.
  4. Prozesskontaminationsrisiko beurteilen: Ermitteln, ob Ölrückstände Produktion, Geräte oder Produkte beeinträchtigen können.
  5. Berichtsanforderungen definieren: Die tatsächliche Aerosolidentität und nicht nur eine allgemeine Prüfbezeichnung dokumentieren.
  6. Änderung kontrollieren: Ein Aerosolwechsel kann Methodenprüfung, Geräteverifizierung und Qualitätsfreigabe erfordern.

Der Ersatz von DEHP-basiertem DOP durch PAO reduziert eine bestimmte chemische Problematik. Er beseitigt jedoch nicht die Notwendigkeit von Expositionskontrolle und Sicherheitsdokumentation.

Ein Bericht mit der alleinigen Angabe „DOP-geprüft“ kann missverständlich sein. Der tatsächliche Reagenzname und die Produktidentifikation sollten angegeben werden.

Die Photometerreaktion hängt vom Prüfaerosol ab. Eine andere Geräteeinstellung oder ein anderer Kalibrierfaktor kann erforderlich sein.

PAO und traditionelles DOP können Öl im System ablagern. Prozessverträglichkeit und Reinigungsanforderungen sollten vor der Prüfung bewertet werden.

Fehlender Einspeisezugang, unzureichende Mischstrecke oder begrenzte Zugänglichkeit auf der Reinluftseite erschweren eine zuverlässige Prüfung. Die Prüfbarkeit sollte Bestandteil der Filtergehäuse- und HVAC-Planung sein.

Die Auswahl von PAO oder DOP bestimmt nicht die Qualität eines HEPA-Filters. Das Prüfaerosol dient dazu, unzulässige lokale Leckagen im installierten Filtersystem nachzuweisen. Filterklasse, Medienkonstruktion, Rahmenmaterial, Dichtungssystem, Volumenstrom und Druckverlust bleiben eigenständige Auswahlkriterien.

Safe Air bietet verschiedene HEPA-Filterausführungen für Reinräume, Endgehäuse und industrielle HVAC-Systeme. Bei der Projektbewertung sollten Filterklasse, Abmessungen, Rahmenkonstruktion, Flach- oder Gel-Dichtung und das geplante In-situ-Prüfverfahren gemeinsam festgelegt werden.

Bei Systemen mit hohen Anforderungen an die umlaufende Abdichtung und Scan-Zugänglichkeit sollten Filter und Gehäuse als zusammenhängende Einheit bewertet werden. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag HEPA-Filter für Reinräume.

PAO ist in vielen heutigen HEPA-Integritätsprüfprogrammen die häufiger eingesetzte Option. Besonders Anlagen, die DEHP-bezogene Risiken vermeiden möchten, entscheiden sich häufig für PAO. Die Auswahl sollte jedoch nicht ausschließlich damit begründet werden, dass PAO als modernere Alternative gilt.

Eine belastbare Entscheidung berücksichtigt das freigegebene Verfahren, die Gerätekalibrierung, den Arbeitsschutz, die Kontaminationsempfindlichkeit des Prozesses und die Dokumentationsanforderungen. Das tatsächlich verwendete Aerosol muss im Bericht eindeutig angegeben werden. Änderungen gegenüber einer etablierten Methode sollten formell geprüft werden.

Das vollständige Prüfverfahren — wann es erforderlich ist, wie es durchgeführt wird und welche Fehler es aufdeckt — finden Sie unter Was ist eine HEPA-Filter-Integritätsprüfung? PAO- und DOP-Test erklärt.

Häufig gestellte Fragen

Das grundlegende Leckprüfverfahren kann vergleichbar sein. Der Hauptunterschied liegt im Prüfaerosol: PAO verwendet Polyalphaolefinöl, während traditionelles DOP mit einem DEHP-haltigen Phthalatöl verbunden ist.

PAO vermeidet die spezifische DEHP-Gefahreneinstufung, die zur Ablösung des traditionellen DOP beigetragen hat. PAO-Aerosol bleibt jedoch ein Ölnebel und erfordert Sicherheitsdatenblattprüfung, Expositionskontrolle und geeignete Handhabung.

PAO sollte nicht als vollständig ungiftig oder harmlos beschrieben werden. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen hängen vom Sicherheitsdatenblatt des konkreten Produkts und von den Bedingungen der Aerosolerzeugung ab.

"DOP-Test“ wurde zu einer etablierten Branchenbezeichnung für photometrische HEPA-Leckprüfungen. Einige Anlagen verwenden den Begriff deshalb weiterhin, obwohl das tatsächliche Prüfaerosol PAO ist.

Manche Photometer unterstützen mehrere Reagenzien. Es müssen jedoch die richtige Aerosoleinstellung, der passende Kalibrierfaktor und die vom Hersteller freigegebene Gerätekonfiguration verwendet werden.

PAO ist ein ölbasiertes Aerosol und kann Rückstände in Kanälen, Filtergehäusen und auf Oberflächen hinterlassen. Prozessempfindlichkeit und Reinigungsanforderungen sollten vor der Prüfung bewertet werden.

Nein. Die Auswahl hängt vom freigegebenen Prüfverfahren, der Gerätekompatibilität, den Arbeitsschutzanforderungen, der Kontaminationsempfindlichkeit und den Kundenvorgaben ab. Rückstandsempfindliche Anlagen können ölfreie Alternativen benötigen.

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